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05. Mai 2008

Abends bei Mir

Ich saß alleine auf der Couch, las ein Buch, hörte Musik und trank dabei ein Glas meines Lieblings-Gins. Das Buch war spannend, ein Fantasybuch über eine fremde Welt. Es nahm mich ein, aber trotzdem wartete ein Teil von mir auf eine gute Freundin, die mich im Verlauf des Abends besuchen wollte. Was wollte ich von Ihr? Wenn ich ehrlich sein sollte, dachte ich an etwas ganz Bestimmtes. Etwas aufregendes, das mir das Blut in den Schoß trieb.

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Meine Gedanken schweiften vom Buchinhalt ab und erzeugten Bilder von Ihr. Bilder von vergangenen gemeinsamen Abenden, die harmlos mit ein Paar Glas Gin begannen und ein lasziv, wollüstiges Ende fanden. Ah, das waren Abende, die mit nichts zu vergleichen waren. Vielleicht würde der heutige Abend einen ähnlichen Verlauf nehmen… Also gut, noch einen Schluck beißenden Gins, dann einen Schluck Wasser zum Löschen und erneute Konzentration auf die Geschichte. Ansonsten könnte ich das Lesen auch gleich lassen und mich ganz meinen Träumereien hingeben.

Gerade als ich meine Gedanken von den obsessiven Bildern befreit habe, klingelt es an der Tür. Mein Herz macht einen kleinen Sprung und ich spurte zur Tür um den Öffner zu drücken. Auf dem Rückweg schnappe ich mir ein zweites Glas und gieße zur Begrüßung zwei Finger breit Gin hinein. Dann höre ich auch schon Ihre Schritte im Treppenhaus.

Die Wohnungstür wird aufgestoßen und sie betritt mit einem: „Na, wie geht’s„, den Flur. Sie wuselt sich aus Rucksack, Jacke und Schuhen, um zu mir ins Wohnzimmer zu wechseln. Ich wende mich um, mache einen Schritt auf sie zu und gebe Ihr einen Begrüssungskuß, den sie mit einer neugierig vorgestreckter Zunge erwidert.

So stürmisch heute„, nuschele ich durch die Zähne. Wir trennen uns und sie antwortet: „Muss dich enttäuschen, Du schmeckst nur lecker nach Gin. Wo ist mein Glas?„.

Ich drehe mich um, greife hinter mich und reiche Ihr das vorbereitete Glas. Mit verzücktem Blick nippt sie daran. „Mmmh, lecker. Gut das ich so was nicht zu Hause habe. Wahrscheinlich würde ich zuviel davon trinken„. Gönnerhaft lächelnd weise ich auf ein mit bunten Flaschen bestücktes Regalfach: „Dafür hast Du ja mich. Für Dich halte ich doch immer einen kleinen Vorrat an ausgewählten Spirituosen bereit. Gut, ich trinke ab und zu auch mal ganz gerne ein Glas Hochprozentiges, aber am liebsten mache ich das zusammen mit Dir„.

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Wir blicken uns an und sie lächelt: „Stimmt, macht mir auch mehr Spaß„. Sie setzt sich auf einen Stuhl und wir plaudern über den vergangenen Tag. Was so im Büro spannendes und nervendes passiert ist. Schließlich sind die Gläser geleert. Ich fülle Gin und jedes mal auch Wasser nach. Nach der 3. Runde zeigt der Gin seine Wirkung.

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05. Mai 2008

Die verschwundene Domina – Teil 7

Sie musste schlucken, als er, beinahe gleichgültig, sich selbst exakt mit dem Zeitpunkt des Verschwindens von Lady Tamara in Verbindung brachte und bemühte sich, die in ihr aufsteigende Verwirrung, in die sich ein wenig Panik mischte, niederzukämpfen.

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Er wusste ja gar nicht, dass die Polizei die Berger suchte, dass sie als vermisst galt. Von daher konnte er es auch nicht wissen, wie erschreckend seine Aussage wirkte.

Oder wusste er es doch? War da vielleicht ein lauernder Unterton in den Worten gewesen?

Ungewollt sah sie vor ihrem geistigen Auge nun doch genau das, was die Polizei vermutete – eine Gewalttat, eine Bluttat.

Und diesen Sklaven, der vor ihr auf dem Strafbock lag, scheinbar hilflos, scheinbar gefesselt, irgendwie hinein verwickelt.

Sie durfte sich nichts anmerken lassen.

Falls dieser Mensch wirklich etwas mit dem Verschwinden der Becker zu tun hatte, dann durfte sie auf keinen Fall verraten, dass sie davon etwas ahnte.

Denn entweder war seine Verwicklung in die Sache zwar harmlos, aber hilfreich – dann musste sie ihn dazu bringen, es der Polizei mitzuteilen, was er wusste. Und das würde er nur tun, wenn sie jetzt ruhig reagierte.

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Kein Sklave, der ab und zu mehr oder weniger heimlich eine private Domina aufsucht, hat diese Tatsache gerne breit getreten; schon gar nicht vor der Polizei.

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