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08. April 2008

Die verschwundene Domina – Teil 2

Erzählen Sie mir mehr über Ihre Kollegin„, begann er. „Wie gut kannten Sie sie? Was wissen Sie über sie?

Sie sprechen von ihr, als ob sie tot wäre„, erwiderte sie böse. „Noch ist sie nur verschwunden. Ich bin sicher, sie taucht in ein paar Tagen unversehrt und munter wie ein Fisch im Wasser wieder auf. Dann stehen Sie ganz schön belämmert da, mit Ihrer Riesen-Polizeiaktion!

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Wieso glauben Sie das?“ fragte er. „Ist sie schon öfter mal einfach für ein paar Tage untergetaucht?

Sie erkannte, dass sie womöglich bereits zu viel gesagt hatte, ärgerte sich über sich selbst. „Nein. Das ist noch nie vorher vorgekommen. Aber es ist doch immerhin möglich, oder etwa nicht?

Ihr aggressiver Tonfall veränderte nichts im Gesichtsausdruck des Polizisten, prallte einfach an ihm ab.

Sie schwieg; ihre Finger bewegten sich nervös am Henkel ihrer Kaffeetasse. Wenn er doch bloß bald wieder gehen würde!

Mit Gewalt musste sie sich zurückhalten, nicht betont unauffällig auf ihre elegante, schmale Armbanduhr zu schauen. An ihm war eine solche taktvolle Geste ganz bestimmt nichts als verschwendet.

Auf einmal löste er sich ruckartig von der Theke, machte zwei Schritte und stand nun direkt neben ihr.

Sie empfand es als drohend.

Erst recht, als er, recht grob, ihre Jacke beiseite zog und ganz offen ihre in der Korsage halb nackten Brüste betrachtete.

Erzählen Sie mir nichts„, erklärte er hart. „Sie war eine Domina – oder ist eine Domina, falls Sie recht damit haben, dass sie wieder auftaucht -, und Sie sind eine Domina. Zwei private Dominas in einem ansonsten äußerst ehrenwerten Wohnhaus – und Sie wollen mir erzählen, dass Sie beide sich nicht näher kannten? Dass Sie nichts von ihr wissen, nicht einmal ahnen, wohin sie verschwunden sein könnte? Allein schon die Missbilligung der anderen Bewohner, die ich bei den Befragungen heute Morgen nur allzu deutlich gespürt habe, muss Sie beide doch zusammengeführt haben.

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Sie wand sich unter seinem Blick, wand sich noch mehr unter dem harten Griff an ihre Jacke, der ihre Brüste entblößte.

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07. April 2008

Die verschwundene Domina – Teil 1

Ja, ich komme ja schon!

Hastig blickte sie in den Spiegel. Wie absolut unwillkommen, dieser überraschende Besucher; wer auch immer er war.

Sie hatte sich gerade sorgfältig zurechtgemacht und erwartete in einer halben Stunde den nächsten Gast, den nächsten Kunden in ihrem kleinen privaten Domina Studio. Da hatte sie keine Zeit, lange an der Tür zu plaudern.

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Außerdem war sie für eine solche Störung mehr als unpassend gekleidet.

In dem fast knöchellangen Lederrock mit den hohen Stiefeln darunter, mit der Leder Korsage ohne etwas darunter, die ihre halben Brüste frei ließ, und mit den streng hochgesteckten Haaren sah sie nicht gerade so aus, wie ein Besucher sich die Person vorstellte, die die Tür öffnete.

Es sei denn, es war ein Besucher, der in ihr SM Studio wollte.

Diese Besucher für ihr SM Studio allerdings kamen niemals unangemeldet. Wahrscheinlich waren es eher der Stromableser, ein Paketbote, die Zeugen Jehovas oder andere unerwünschte Zeitgenossen, die es wagten, sie einfach so unangemeldet zu belästigen und etwas von ihr zu wollen.

Der Gedanke an die Gesichter, die die Zeugen Jehovas, häufig lästige Gäste in diesem Viertel, machen würden, wenn sie sie im vollen Domina Outfit erblickten, ließ sie lächeln und nun endlich doch hastig auf ihren hohen Absätzen der Tür zustreben.

Diese unerschütterlichen Menschen wenigstens einmal zum Staunen zu bringen, das war etwas, das sich lohnte.

Sie öffnete.

Na, ist Ihnen noch etwas eingefallen?

Sie hatte Mühe, ihren Unwillen zu unterdrücken.

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Es war der Kommissar, der Bulle, der schon früh morgens bei ihr gewesen war, da allerdings gemeinsam mit einem Kollegen. Da war sie auch anständig angezogen gewesen, denn sie wollte gerade einkaufen gehen.

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